Bild: © Jens Schulze | EMSZ

Andreas Jensen

Mein Name ist Andreas Jensen. Ich bin Pfarrer in der Altstadt von Goslar und zwei anliegenden Dependancen (St. Stephani und St. Johannes, St. Peter), zuvor bin ich in einer Landgemeinde im Süden von Salzgitter und als Vikar in Bad Gandersheim tätig gewesen.
In diesen Orten mit ihrer unterschiedlichen Gottesdienst-, Gesellschafts- und Frömmigkeitskultur liegt bereits eine vergleichsweise große Bandbreite, in die ich mich gestaltend gerne hinein gegeben habe und hinein gebe.
Dass Liturgie und Liturgie etwas ganz Großartiges ist, ging mir sehr früh in meinem Leben als Christlicher Pfadfinder und als Teil bündischer Gruppen auf: Horen im Wald! Haltung!
Dies konnte sich durch engagiertes Theaterspiel, bzw. Statisterei in der Schule und am Braunschweiger Staatstheater, besonders aber in der Studienzeit festigen und vertiefen – in nicht geringem Maße durch den ökumenischen Dialog, zu dem mich einer meiner theologischen Lehrer, Ulrich Kühn, anhielt. Weitere tiefe Einsichten verdanke ich meinem Studium der Logik und Wissenschaftstheorie und dessen Integration in theologischen Grundsatzfragen nach Sinn, Ausdrucksgehalt und -Gestalt religiöser Symbole, Gesten und Riten. Dieser Spur bin ich während meines praktischen Dienstes in den Gemeinden akademisch auch weiter gefolgt.
Wir Menschen drücken uns aus, geschieht dies „sinn-voll“, wird das Unanschauliche, so werden insbesondere Gefühlslagen, die durch sprachliche Beschreibung nur umrissen werden können, anschaulich und anschlussfähig. So halte ich das liturgische Geschehen, das ich gerne sehr weit und vielgestaltig begreife, für den Zentralstein unserer Religionspraxis, bzw. Nachfolge.

Dies ist der Grund, warum ich an der Gottesdienstarbeitshilfe der LKN und im Vorstand mitarbeite.

Andreas Jensen
Andreas Jensen

Christoph Herbold

1967 in Hamburg geboren, bin ich im Pfarrhaus aufgewachsen. Erweitert hat sich meine liturgische Prägung während des Theologiestudiums in München. Als Vikar absolvierte ich mein Praktikum bei Werner Reich in der Arbeitsstelle für Gottesdienst und Kirchenmusik in der Knochenhauerstrasse, Hannover. Von ihm habe ich die Schriftleitung der "Arbeitshilfe zum Evangelischen Gottesdienstbuch" übernommen. An seinem Todestag (17.9.2005) wurde ich zum Geschäftsführer der LKN gewählt und bemühe mich seitdem, den Übergang von hauptamtlichen in ehrenamtliche Strukturen zu gestalten.

Wichtig ist mir die Arbeit am Gottesdienst mit den Menschen, die ihn vor Ort feiern. Ich bin überzeugt: Der Gottesdienst hat seine besten Zeiten noch vor sich, denn evangelischer Gottesdienst beteiligt Menschen.

Christoph Herbold

Stefanie Lohmann

Mein Name ist Stefanie Lohmann. Ich bin 1979 im Weserbergland geboren und nun Pastorin in Gehrde im Artland. Schon immer haben mich Gottesdienste fasziniert und begeistert. Das ist auch in meinem Pfarrberuf nach wie vor mein liebstes Arbeitsfeld. Es ist mir eine große Freude Gottesdienste vorzubereiten und zu feiern und damit eine Atmosphäre dafür zu schaffen, dass Glaube in Gemeinschaft gelebt und weitergegeben werden kann.

Nach meinem Vikariat in Wagenfeld bei Diepholz entschied ich mich für ein Sondervikariat im Michaeliskloster Hildesheim im Arbeitsbereich Kindergottesdienst, und habe so noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Sprache der Gebete, die einzelnen liturgischen Stücke und die Dramaturgie eines Gottesdienstes bekommen.

So musste ich auch nicht lange überlegen, als mein damaliger Chef, selber Mitglied der LKN, mich fragte, ob ich nicht bei der Arbeitshilfe zum Gottesdienstbuch mitarbeiten wolle.

Als Vorstandsmitglied der LKN hat sich diese Arbeit dann noch einmal verändert und erweitert, und ich bringe auf diese Weise meine Gedanken und Erfahrungen aus der Praxis ein.

Stefanie Lohmann
Stefanie Lohmann

Dietmar Zeretzke

1958 wurde ich in Menden/Sauerland geboren und bin dort aufgewachsen. 1985 habe ich an der Westfälischen Landeskirchenmusikschule in Herford die A-Prüfung abgelegt. Seit 1988 bin Kirchenmusiker und Kreiskantor an der Petrikirche in Hannover-Kleefeld. 17 Jahre habe ich in der (Lutherischen) Liturgischen Konferenz und dabei an der Erneuerten Agende sowie dem Evangelischen Gottesdienstbuch mitgearbeitet. Zu meinen Tätigkeiten gehört das Orgelspiel und die Leitung von Kantorei, Posaunenchor und einer Choralschola. Einen Gospelchor habe ich 13 Jahre lang geleitet.

In meiner Arbeit bekommen so die „immer gleichen“ agendarischen Gottesdienste ein sehr unterschiedliches Gesicht. Die Chancen des regelmäßigen, sonntäglichen Gottesdienst zu nutzen und ihn angemessen zu gestalten, ist wesentliche Motivation und Herausforderung für meine Arbeit.

Besonders beschäftigt habe ich mich mit Gregorianik der Messe (Neumen und ihre Interpretation) sowie dem einstimmigen Liturgiegesang für den ev. Gottesdienst (Psalmen, Präfationen u.a.)

Dietmar Zeretzke

Dr. Hans-Günther Waubke

1960 in Wolfenbüttel geboren und tue ich derzeit in der Abteilung Organisationsentwicklung im nordelbischen Kirchenkreis Hamburg-Ost Dienst, in Kombination von Gemeindeentwicklung und Vertretungspfarramt. Dadurch habe ich allerlei Gemeinden und Liturgien kennengelernt und ein besonderes Augenmerk für den Zusammenhang von Gemeindeentwicklung und Gottesdienst entwickelt. Promoviert wurde ich im Neuen Testament mit einer Arbeit über die Pharisäer, die sich mir im Kern als liturgische Bewegung erschlossen haben. Liturgisch komme ich eher aus dem klassischen Fach, freue mich aber in jedweder Stilrichtung über den Zusammenklang von Inhalt und Form, von jeweils Besonderem und Allgemeingültigem. Es macht mir Freude, in meinen Aufgaben als Vorsitzender der LKN und Mitarbeiter der Liturgischen Arbeitshilfe den geborenen Braunschweiger mit dem gelernten Hamburger zu verbinden.

Hans-Günther Waubke

Antje Gottwald

Der Umzug meiner Eltern führte mich in meiner Kindheit von Berlin nach Bonn, so dass meine kirchliche Beheimatung in unierten Kirchen erfolgte. Während meines Studiums in Göttingen kam ich erstmals mit einer lutherischen Landeskirche in Berührung, bevor ich als Pfarrfrau (alten Typs) in der Braunschweiger Landeskirche heimisch wurde. Als solche gestaltete ich viele Jahre Kindergottesdienste und bin immer noch als Autorin an „Gottesdienste mit Kindern“ beteiligt. Jahrelanges Leiten verschiedener Frauenkreise mündete darin, dass ich 2013 zur (ehrenamtlich tätigen) Vorsitzenden des Landesverbandes der Ev. Frauenhilfe in Braunschweig e. V. gewählt wurde. In meine Tätigkeit als Küsterin glitt ich gewissermaßen hinein, als unsere damalige Küsterin längerfristig erkrankte.
Seit 1997 bin ich als Lektorin unserer Landeskirche tätig; seit 2013 gestalte ich nach Absolvierung des Prädikantenkurses auch Abendmahlsgottesdienste. Für die Propstei Helmstedt bin ich Sprecherin der Lektoren und Prädikanten im Lektorenvertrauenskreis; als nichtordinierte Landessynodale bin ich in unserer Kammer für Gottesdienst und Liturgie gewählt.
Meine Tätigkeit als Prädikantin führt mich in viele kleine Dörfer, die oftmals vakant sind und mitunter auch keinen Kirchenmusiker zur Verfügung haben. Hier erlebe ich auf der einen Seite einen gewissen Abbruch an Traditionen, wenn liturgische Wechselgesänge seitens der Gemeinde unbeantwortet bleiben. Auf der anderen Seite begegnet mir eine große Offenheit und Dankbarkeit. Im Entwickeln und Bedenken von Gottesdienstformen für diese dörflichen Situationen liegt mein Schwerpunkt.

Antje Gottwald

Ute Ermerling

Seit 1986 bin ich Pfarrerin der ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig. Mein beruflicher Werdegang hat mir zahlreiche Erfahrungen in unterschiedlichen Aufgabenfeldern ermöglicht. Ich war Gemeindepfarrerin auf dem Land und in der Stadt Braunschweig. Gut elf Jahre habe ich ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Kindergottesdienst geschult und begleitet. Seit mehr als neun Jahren bin ich auf einer Sonderpfarrstelle in Braunschweig für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige.

Neben dem Hauptamt gibt es noch eine ganze Reihe weitere Betätigungsfelder. Seit mehr als 20 Jahren bin ich als interne Beraterin/Organisationsentwicklerin in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen im Auftrag der Landeskirche unterwegs. Seit mehr als elf Jahren engagiere ich mich als Landessynodale für meine Landeskirche und in der Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrerin bin ich als Dozentin im Rahmen des liturgischen Curriculums tätig.

Es gibt so einige rote Fäden, die sich durch mein berufliches Leben ziehen und die meine Interessenschwerpunkte und Leidenschaften wiederspiegeln. Da ist die Musik und das gottesdienstliche Leben, die jungen Menschen, aber auch die Gestaltung und Organisation des gemeindlichen Lebens vor Ort und in der Fläche.
Einer dieser Fäden, mein Interesse an Liturgie und der Gestaltung von Gottesdiensten führte mich 2009 in den Vorstand der LKN.

Ute Ermerling
Ute Ermerling

Tillmann Benfer

Als gebürtiger Südwestfale wurde meine kirchliche Sozialisation seinerzeit geprägt durch die Westfälische Landeskirche, Landeskirchliche Gemeinschaft und CVJM. Es ist eher dem Faktor Zufall zuzuschreiben, dass ich vor dem Abitur einen kirchenmusikalischen C-Kurs absolvierte, und später im zweiten Mathematiksemester den Entschluss fasste, statt in die Schule zu gehen doch lieber Kirchenmusik zu studieren. Elf Semester habe ich dann in Herford und Köln studiert, um gleich anschließend die Kreiskantorenstelle in Uslar (Solling) anzutreten. Liturgisch nicht gerade verwöhnt, lernte ich die Vorzüge der lutherischen Liturgie schnell kennen und schätzen und fühlte mich darin bald gut beheimatet.

Vor der Einschulung des ersten von drei Kindern wechselte ich nach Verden an den dortigen Dom. Mit dieser Stelle ist verbunden das Amt als Kirchenmusikdirektor für den Fachaufsichtsbezirk Verden. Nach wenigen Monaten kam noch ein Lehrauftrag für künstlerisches Orgelspiel an der Hochschule für Künste in Bremen hinzu. So kann ich nun die kirchenmusikalische Ausbildung von der D- bis zur A-Prüfung begleiten, die Ausbildung auch an der Hochschule mit der täglichen kirchenmusikalischen Praxis verknüpfen, was durchaus auch den Studierenden zugute kommt.

Langjährige Kontakte zur „Arbeitsstelle für Gottesdienst und Kirchenmusik“, damals noch in Hannover, führten dazu, dass ich schon früh in den Vorstand der LKN gewählt wurde. Dieser Arbeit fühle ich mich bis heute sehr verbunden. Liturgie nicht als historischen Ballast zu begreifen, sondern als Chance zur Gestaltung lebendiger, aktueller Gottesdienste, dies zu vermitteln empfinde ich als eine lohnende Herausforderung.

Tillmann Benfer

Christian Windhorst

Geboren 1978 in Bielefeld und aufgewachsen im ostwestfälischen Löhne. Nach Abitur und Zivildienst ging ich zum Studium nach Hannover. Nach 3 Semestern Schulmusik wechselte ich das Studienfach, um Kirchenmusiker zu werden. Nach dem B-Examen an der Hochschule am Emmichplatz setzte ich die Ausbildung fort, um die künstlerische Reifeprüfung im Fach Chorleitung zu erlangen. Dies geschah in Herford bei Hildebrand Haake. Während des Studiums habe ich zunächst Kirchenmusik in Löhne gemacht, dann in Elze (Kirchenkreis Hildesheimer Land). Da wir Kirchenmusiker bereits früh, nämlich im Verlauf des C-Kurses (bei mir war das vorm Abitur) Liturgik in Grundzügen und angewandter Praxis lernen, vertiefte sich mein Interesse immer weiter dahin: Liturgisch und musikalisch schön Gottesdienst feiern – wie geht das? Die reichhaltigen Möglichkeiten ausschöpfen, tief schürfen und so spirituelle Erneuerung finden, das ist im lutherischen Gottesdienst möglich und nötig.

Ich bin noch während des Studiums an der Kirchenmusikhochschule in Herford Kreiskantor an der Margarethenkirche Gehrden im Kirchenkreis Ronnenberg geworden. Dort spiele ich gerne an der Bente-Orgel von 2004, leite Kantorei und Posaunenchor sowie den Chor Cantus Ronnenberg. Ich bilde Jungbläser aus, organisiere Konzerte und vieles mehr. Meine Frau und ich leben mit unseren vier Kindern in Northen, einem der Dörfer rund um Gehrden.

Christian Windhorst